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Technisches Denkmal Stader Hafenkran von 1927 |
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Döntjes Geschichten um den Kran
Um einmal deutlich zu machen, welchen Stellenwert der Alte Kran immer noch bei vielen alteingesessenen Stadern hat, die ihn noch in Betrieb erlebt haben, sollen nachfolgend ein paar von ihnen selbst zu Wort kommen. Herr Kunze bekam eine Menge Briefe, in denen Stader Bürger ihre persönlichen Erlebnisse mit dem Hafenkran schilderten. Aus ihnen wird im Folgenden auszugsweise zitiert. Interview mit dem Kranführer Hein Brandt Herr Hans-Eduard Spies schreibt: „Es ist nicht irgendein Kran, sondern einfach der Stader Hafenkran. Mit diesem Kran wurden Jahrzehnte lang Schiffe im Hafen ent- und beladen. Dieser Kran wurde 1927 aufgestellt, um der etwas nachhinkenden mittelständischen Wirtschaft in diesem Raum einen neuen Impuls zu geben. Stade galt ja bekanntlich als geruhsame Beamtenstadt. Dass dieser Kran in den 30er Jahren eine wichtige Rolle spielte, beweist meines Erachtens auch die beigefügte Kinderzeichnung, die ich in der Volksschule etwa 1935/36 angefertigt habe. Dieser Kran war es eben wert, auch von Schulklassen anlässlich einer Hafenbesichtigung wahrgenommen zu werden. Ich persönlich habe diesen Kran stets neben den beiden Kirchtürmen als das maritime Wahrzeichen der Stadt betrachtet.“ Herr Horst Scheumann schreibt: „Aufgrund eines Artikels im Stader Tageblatt über die Zukunft des historischen Hafenkrans des Stader Hafens habe ich mir kritisch das Hafengelände angesehen. Dabei kamen mir Erinnerungen über den Betrieb im Hafen. Bei Besuchen meiner Großeltern 1932 bis 1939 ging oft mein Großvater mit mir zum nahe gelegenen Hafen. Es war für mich immer ein Erlebnis, der Tätigkeit des Krans zuzusehen. Mein Großvater war übrigens ein Sohn eines Kranarbeiters des Holzkrans am Alten Hafen. Er war zeitlebens wütend über die Art, wie der alte Kran verschwinden musste und abgerissen wurde. Seit 1939 bin ich Stader und war oft am Stader Hafen. Die Versorgung von Stade mit festen Brennstoffen und Wirtschaftsgütern geschah mit Einsatz des historischen Krans. Das Klicken des Greifers war Musik in meinen Ohren. Der Kran war Mittelpunkt des neuen Hafens. Im Zuge der Entwicklung unserer Stadt wurde der „Alte Hafen“ abgetrennt, war kein Ziel mehr für Schiffe. Auch der „Neue Hafen“ wurde zunehmend bedeutungslos. Ist das aber ein Grund, den Kran als prägenden Teil unserer Altstadt verschwinden zu lassen? Der Kran ist ein Stück von Stades Anteil an der maritimen Landschaft. Er muss erhalten werden.“ Herr Dieter Balzer erinnert sich: "Als Fünfjähriger kam ich nach Stade. Das war 1940 und ziemlich schnell entdeckte ich den Hafen, lockten mich doch immer Schiffe und Wasser. Neben den Schiffen war das Wichtigste der riesige Kran. Fast täglich beeindruckte er mich bei seinen Einsätzen und dabei ganz besonders der Greifer. Damals - und auch später - kamen viele Schiffe nach Stade und brachten Waren aller Art - hauptsächlich erinnere ich mich an Stückgüter, aber auch Massengüter wie z.B. Kohle. Mühsam hievte der Kran die Güter hauptsächlich auf Pferdefuhrwerke und Eisenbahnwaggons - später kam der LKW hinzu. Der Kranführer stieg von außen über eine feste Leiter in seinen Fahrstand. Im Stehen bediente er von dort die verschiedenen Hebel zum Drehen, Hieven, Fieren, Öffnen und Schließen des Greifers und zum Fortbewegen, denn früher konnte der Kran auf Schienen selbständig vor und zurück fahren. Der Kranführer war ein ziemlich kleiner Mann und er musste sich durch verhältnismäßig kleine Fenster seitlich orientieren, da nur nach vorne eine Glaskanzel mit einem Ausstellfenster vorhanden war. An Wochenenden habe ich den Kranführer in der Holtermannstrasse bei der Arbeit in einem großen Gemüsegarten wieder gesehen. Faszinierend waren die Geräusche des komplett elektrisch betriebenen Kranes. Der Motor brummte richtig bei der Arbeit und waren schwere Lasten zu hieven, verstärkte sich dies. Es wurde übertönt vom "Ping" in der Glocke am Seilende beim Schließen des Greifers. Manchmal schwankte das Seil mit der Glocke und dem Greifer an der Kette so heftig hin und her, dass nach meinem Dafürhalten die Schauerleute heftig aufpassen mussten, um nicht getroffen zu werden. Ganz oben hoch am Ende des Auslegers befand sich eine scheinwerferartige Lampe, die bei Kranarbeiten heftig hin und her wackelte und in der Dämmerung und Dunkelheit ein mehr flackerndes Licht auf das Geschehen warf. Für mich als Kind und Jugendlicher waren der Hafen und Kran immer ein Magnet und vielleicht wurde hier in mir Interesse geweckt, zur See zu fahren. Das habe ich vier Jahrzehnte gemacht und nun als Rentner in meiner Heimatstadt bin ich gerne bereit, durch diese Zeilen zur Geschichte des Kranes beizutragen. Ich wünsche dem technischen Denkmal noch ein langes Leben."
Die Lieferscheine von 1927 Herr Christian Ohrt schreibt: "In der schlimmen Nachkriegszeit 1947/48 waren wir eine kleine Clique 7 bis 8-jähriger Jungs aus der Poststraße. Unser Revier war der Neue Hafen mit dem imposanten Drehkran, der fast täglich Ladungen von Küstenschiffen löschte. Zu der Zeit wurde viel Rohsteinkohle für die Saline, die Stadtwerke, die Lederfabrik und die von englischem Militär besetzten Kasernen angelandet. Wenn der große Muldengreifer des Krans zu tief in den Kohleberg im Schiffsbauch eintauchte, kam er überfüllt wieder zum Vorschein und verlor beim Überschwenken vom Schiff zum LKW der Fa. Ude wertvolle Brocken, die wir flink aufsammelten und in mitgebrachten Leinenbeuteln verschwinden ließen. Zuhause wurde dann aus Freude darüber nicht nach den Schularbeiten gefragt. An einem Sonntag entdeckten wir, dass der Kranführer die Tür zu seinem Fahrstand nicht verschlossen hatte. Die Gelegenheit nutzten wir spontan für eine Innenbesichtigung des Maschinenhauses und kletterten anschließend zu Dritt den Ausleger hinauf auf die Wartungsplattform, wo wir oft den Kranführer beim Abschmieren der Umlenkrollen beobachtet hatten. Angst kannten wir nicht. In unserem Übermut hatten wir aber nicht mit dem Hafenmeister gerechnet, der uns natürlich kannte und in der Poststraße schon Alarm geschlagen hatte. Ich kenne noch heute die Stelle, an der meine Mutter mir vor versammelter Mannschaft den Hintern versohlt hat. Somit hat mir der historische Hafenkran immerhin zu einem eindrucksvollen Erlebnis verholfen". Stade, 30.10.2007 Gedicht von Rudolf Rancke anlässlich des 80. Krangeburtstages am 21.09.2007 Denkmalschmiere Der 80 Jahre alte Kran treibt uns nicht zum Größenwahn. Dennoch ist es schön, zu wissen, dass die Träger kaum verschlissen - Heute und auch später tragen den Ausleger und den Haken. Hebel, Rollen, Motorkasten bewirken, dass kaum Zusatzlasten heben Mast und auch die Seile in Stader Luft ganz ohne Eile. Manchen Sturm, manches Gewitter hat erlebt der stolze Turm, und ist ohne Glanz und ohne Glitter standfest und schön, ganz rundherum. Nur der Zahn, der Zahn der Zeit - nichts aus Stahl ist davor gefeit - beißt mit permanenter Macht, an dem Gebilde Tag und Nacht. Aller Farbe nun zum Hohn sehen wir die Korrosion! Nämliche treibt ebenfalls Roland das Blut in Kopf und Hals, wenn derselb' hat festzustellen; Rost ist vieler Schäden Quellen: Bolzen, die sich nicht bewegen, Träger, die sich seitwärts legen, Zähne, die am Ritzel kleben, lassen Unmut ihn erleben. Kranbaumeister, Helfer, Gäste, uns zu dem Geburtstagsfeste fiel nur Eines dazu ein: Denkmalschmiere muss es sein! Hiervon eine kleine Menge treibt den Rost in engste Enge wenn Ihr also wollt montieren, müsst Ihr Bolzen, Lager schmieren. Frau Irmtraut Regel geb. Tiedemann schreibt: Es war im Mai 1945. Der schreckliche Krieg war endlich zu Ende. Die ersten Heimkehrer - desertierte Soldaten - vermochten ohne Papiere die Ausweiskontrollen zu passieren. Mein Vater hatte sich dabei in Schleswig-Holstein mit einem Mann aus Melau (Hollern-Twielenfleth) zusammengetan. Gegen ein Fahrrad und Zigaretten fanden sie einen Schiffer, der sie mit seinem Boot über die Elbe an das Twielenflether Ufer bringen wollte, aber nur bis an den Schilfgürtel. Der Melauer und mein Vater waren beide Nichtschwimmer, aber alle Überredungskünste halfen nichts und sie mussten vor dem Ufer in das nasse und kalte Element. So strebten sie nach erfolgreicher Überfahrt klitschnaß und durchgefroren dem Haus in Melau zu. Dort war die Wiedersehensfreude riesig und beide Männer kamen zuerst in eine warme Badewanne, erhielten trockenes Zeug und nach dem Essen und Trinken ein warmes Bett. Meine Mutter hat mit meiner Hilfe gerade am Tag vorher unser Gemüsegeschäft in der Bungenstraße wieder eröffnet, als dort eine Frau mit einem Kinderwagen auftauchte. Die Frau des Melauers hatte sich mit den nassen Kleidungsstücken meines Vaters auf den Weg nach Stade gemacht und konnte uns die freudige Botschaft überbringen: "Ihr Mann, Vater liegt bei uns im Bett. Es geht ihm gut, er wartet auf Zeug und will möglichst schnell nach Hause". Voller Freude kam Kleidung in einen Koffer und ab ging es nach Melau. Neu eingekleidet machte sich mein Vater auf den Weg nach Stade, passierte die Absperrung der Briten für das "Alte Land", sah dann lange Schlangen vor den Geschäften, erhielt aber auch viele freudige Wiedersehensrufe. Zu uns erklärte er, nach den Anstrengungen wolle er in den nächsten Tagen erstmal nichts tun. Da musste meine Mutter ihm beichten, dass gerade Tage vorher unser Gemüsegeschäft wieder eröffnet worden war. Nichts wurde es mit dem Ausschlafen! So klinkte mein Vater sich in die Arbeit ein und zu einer der ersten Tätigkeiten gehörte die Rückführung unserer "Schott'schen Karre". Es war eine Langausführung und sie hatte bei einem Freund in der Gartenanlage den Krieg überdauert. Die Fahrt von der Altländer Straße zur Bungenstraße führte am Hafen vorbei. Darin lag ein Schiff und dessen Kapitän musste ohne Ladung zur Nordsee aufbrechen, hatte aber noch kalifornische Backpflaumen an Bord. Über die Transporteinrichtung kamen Kapitän und Gemüsehändler zueinander und wurden sich handelseinig. Nun ging es aber los. Mutter und ich mussten ein Zimmer ausräumen, damit die Pflaumen gelagert werden konnten. Unser Vater suchte den Kranfahrer, fand ihn auch und unter Zeitdruck wurde entladen, denn von 22.00 Uhr begann die Sperrstunde. Der Hafenkran konnte dabei gut helfen und mit ihm wurden die Backpflaumen auf die Schott'sche Karre geladen. Hoch bepackt ging es dann im "Schnelltransport" zur Bungenstraße. Nur weil der Kran eingesetzt werden konnte, wurde dem Kapitän und uns geholfen. Es wurde alles vor der Sperrstunde abgewickelt und der Kran wurde "Helfer bei Zeitnot". Das war ein Erlebnis, das sich für mein Leben in mein Gedächtnis eingegraben hat. Stade, im Januar 2008
Briefmarke mit Sonderstempel
Am 17. September 1984 übergab die "Hafenbetriebs-GmbH Stade" den Hafenkran von 1927 an die Stadt Stade für einen symbolischen Gegenwert von einer D-Mark. Ganz besondere Erlebnisse rund um den “Stader Hafenkran von 1927” Animiert durch Lesungen der Jugend-Schriftstellerin Insa Baur erklärte die Klasse noch 3c - jetzt 4c - der Pestalozzi-Grundschule: “Wir wollen auch eine Detektivgeschichte schreiben” Gesagt - getan. Die Lehrerin und viele Elternteile zogen mit und so wurde eine “Geschichte” entworfen, Tatortbesuche waren notwendig und so langsam entstand der Jugendroman “Verbrecherjagd in der Hansestadt Stade”
Im Verlauf der Recherchen erfolgte ein Besuch am Stader Stadthafen und das war eine gute Gelegenheit, aus 4 verschiedenen Perspektiven durch jeden Drittklässler ein Bild vom Kran anfertigen zu lassen. Das Ergebnis wurde anschließend vorgestellt.
Außerdem sollten sie der Öffentlichkeit präsentiert werden und dazu war eine gute Gelegenheit der “Tag des offenen Denkmals” (12./l3.09.09) mit verschiedenen Ausstellungen in der historischen Seminarturnhalle in Stade. So wurde am Samstag - siehe Einladung an Dieter Kunze - das Büchlein im Rahmen einer Lesung und zusammen mit den Zeichnungen der Öffentlichkeit präsentiert. Diese Veranstaltung wurde bei knapp 100 Besuchern ein großer Erfolg. Bilder der Klasse FOG 09 der Jobelmannschule BBS I Stade vom Stader Hafenkran zum Tag des Denkmals am 12./13.09. 2009
Bleistiftzeichnung vom Hafenkran von 1927 gefertigt am 13.09.2009 - Tag des offenen Denkmals - vom etwa 10-12 jährigen Tim Sebastian Thiemann, der mit seinen Eltern zu Besuch war, in Japan aufgewachsen ist (siehe Widmung) und zurzeit mit der Familie wohnt in Al Ain, VAE (Vereinigte Arabische Emirate).
Die freischaffende Künstlerin Hannah Hütten (siehe Foto aus Jork), Altes Land, lud für den 01.10.2010 in das historische Museum zur Vernissage der Ausstellung "Elbe, Meer und Marsch" Nordische Impressionen. In der Ausstellung befand sich ein bemerkenswertes Gemälde und ein freundlicher Besucher war bereit, es zu fotografieren. Dietrich L. Hommel lieferte dankenswerterweise die Fotos (www.cowi.com bzw. E-Mail: dlh@cowi.com).
Am Sonntag, den 22. August 2010 feierte
die Freiwillige Feuerwehr Stade
ihr 150-jähriges Jubiläum, hatte die Hansestraße gesperrt, eine große Geräteschau aufgebaut und diverse Vorführungen organisiert. Dazu gehörte am Stadthafen an und um den Stader Hafenkran die Übung, Rettung eines in den Hafen gestürzten PKW beim Einsatz von Tauchern und der Drehleiter als Hubfahrzeug.
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